Veröffentlichung der Metamorphosen am 1. Oktober bei Ars Produktion

Metamorphosen durchziehen das Leben, die Natur, die Geschichte und die Gesellschaft. Seit es Menschen gibt, ist die Verwandlung eines der Leitmotive des Lebens, der Kunst und der Kultur.

Mit „Metamorphosen“ ging es mir konkret auch darum, zentrale Werke des klassischen Flötenrepertoires einmal aus anderer Perspektive zu betrachten. Das Scherzo aus der Schauspielmusik zu William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, das ausgesprochen anspruchsvolle Passagen für die Flöte enthält, und Claude Debussys Syrinx, das von vielen Flötistinnen und Flötisten als die Komposition schlechthin für Soloflöte gesehen wird, sind hier maßgeblich zu nennen.

Bei meiner Recherche stieß ich auf Kaddish aus Maurice Ravels Deux mélodies hébraïques sowie Komitas Vartapets Auseinandersetzung mit dem armenischen Lied „Hov Arek“. Béla Bartóks Rumänische Tänze sind ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie klassische Komponisten Volksmusik in ihre eigene Sprache übertragen. Sie verwandeln das Musikmaterial und werden selbst in ihrer Kreativität und ihren Ausdrucksmöglichkeiten verwandelt.

Diese Art von „Metamorphosen“ faszinieren mich und sind deshalb immer wieder Thema meiner Arbeit. Das Adagietto aus Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 5 und Sergej Rachmaninows Vocalise begleiten mich seit meiner Jugend. Der Wunsch diese einmal in einem Arrangement für Flöte zu spielen, bestand für mich schon lange und genau das hat Christoph König mit seinen einfühlsamen Fassungen ermöglicht.

Bei einer Ensembleprobe brachte Pascal Schweren dann spontan den Vorschlag ein, den Walzer op. 64 Nr. 2 von Frédéric Chopin für uns in eine Salsa zu transformieren.

Entstanden wäre das Album „Metamorphosen“ wahrscheinlich nicht in dieser Form, wenn 2020 die Corona-Pandemie, die so vielen Menschen das Leben gekostet hat, nicht auch die Kultur in eine schwere Krise gestoßen hätte. Neben all dem Leid hat Corona auch das gesellschaftliche Leben zum Stillstand gebracht. Für Kulturschaffende eine existenzbedrohliche Situation, aber auch eine Chance, um sich mit Projekten und Ideen auseinandersetzen, die sonst im täglichen Trubel vielleicht nie Raum erhalten hätten, um sich zu entfalten und konkret zu werden.

Anette Maiburg
Flötistin | Künstlerische Leitung des Niederrhein Musikfestivals

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